„Ihr Magier weigert euch, mir das zu geben, was das unweigerliche Schicksal zweier sich Liebender beschleunigt, nur weil einer von beiden zu naiv ist, um es zu erkennen? Ich wünsche euch allen den Untergang.“

Dalaran: Stalvans Kupfermünze

Stalvan Dunstmantel hat ein Leben der Verworfenheit gelebt und unschuldige Opfer starben von seiner Hand. Zweifellos hat er noch zahllose andere Verbrechen begangen und nun wird Dunkelhain im Dämmerwald von diesem Wahnsinnigen bedroht. Das Licht allein weiß, welche schmutzigen Pläne er jetzt ausheckt. Stalvans Reise trieb ihn vom Silberwald nach Sturmwind und anschließend nach Mondbruch in Westfall, wo er in der Schule erst als Lehrer und später sogar als Direktor tätig war. Aufgrund der misslichen Lage in dem Gebiet war Stalvan jedoch gezwungen, seine Stellung als Direktor aufzugeben und so quartierte er sich vorübergehend in Goldhain im Gasthaus "Zur Höhle des Löwen" ein, ehe er Privatlehrer der Vorfahren von Verwalter Folsom aus Sturmwind wurde. Er begleitete die Familie auf ihren Sommersitz nahe des Holzfällerlager des Osttals. Dort verliebte er sich in die Tochter Tilloa, die seine Liebe jedoch nicht beantwortete und ihn somit in die Verzweiflung und den Wahnsinn trieb. Seine Geschichte läßt sich anhand verschiedener Schriftstücke rekonstruieren, die von seinem Leben und Wirken noch künden.

Briefe

Ein verstaubter, nie abgeschickter Brief

An den ehrenwerten Direktor Crillian,

Ich schreibe Euch, meinem ehemaligen Meister, um euch wissen zu lassen, wie es Eurem früherem Lehrling ergangen ist. Ich habe euren Rat befolgt und Wissen und Weisheit durch Reisen außerhalb unserer geliebten Heimat Sturmwind vergrößert. Meine Reise hat mich an viele Orte geführt, doch ich beschloss meine Zelte hier in der schönen Stadt Mondbruch aufzuschlagen. Die umliegenden Felder von Westfall sehe so kurz vor der Erntezeit wunderschön aus. Schon wenige Tage nach meinem Besuch avancierte ich zum Lehrer der Kinder von den umliegenden Gehöften. Es lief sogar so gut, dass der Bürgermeister mir die Leitung einer Schule übertragen hat, und nun ist der Bau einer ganz neuen Schule im Gange! Vom Silberwald nach Sturmwind und nun Mondbruch – wer hätte geglaubt, dass ich je so viel von Azeroth zu sehen bekommen würde.

Beste Grüße Stalvan Dunstmantel

Ein niemals zugestellter Brief

Edler Sire,

mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihr einen Hauslehrer für Eure Kinder sucht. Ich habe mich vorübergehend in Goldhain im Gasthaus Zur Höhle des Löwen einquartiert. Ob der misslichen Lage in dem Gebiet war ich gezwungen, meine Stellung als Direktor der Schule in Mondbruch aufzugeben. Daher möchte ich mich bei Euch als Lehrer für Eure Sprösslinge bewerben. Ihr könnt Euch, falls nötig, bei Direktor Crillian von der Akademie über meine Fähigkeiten erkundigen. Ich werde mich bemühen, Euch persönlich zu treffen, sobald die Winterregenfälle aufgehört haben und die Straßen wieder passierbar sind.

Bis dahin verbleibe ich

Euer Stalvan Dunstmantel aus dem Silberwald. [1]

Eine zerrissene Tagebuchseite

...Giles, der Junge, scheint ziemlich wild zu sein und stellt eine echte Herausforderung für einen Lehrer dar. Tilloa hingegen, die ältere Tochter, scheint mir außerordentlich klug. Auch ihre atemberaubende Schönheit ist mir indes nicht verborgen geblieben. Sie steht nun an der Schwelle zur Weiblichkeit. Es steht zu vermuten, dass der Lord für das kommende Jahr ihre Heirat arrangiert hat. Aber ich schweife ab. Diese Woche werde ich die Familie zu ihrem Sommersitz in der Nähe des Holzfällerlager des Osttals in Elwynn, nahe des Rotkammgebirges, begleiten. Dort kann ich hoffentlich mehr schreiben.

Eine verblasste Tagebuchseite

... merkwürdiges und überwältigendes Gefühl. Niemals zuvor habe ich so gefühlt wie heute. Ich half Giles bei seiner Geschichtsstunde, während sich Tilloa im Garten um die Blumen kümmerte. Nach einigen Minuten kam sie herein und drückte mir sanft eine scharlachrote Begonie in die Hand. Das Lächeln, das dabei um ihre Lippen spielte, ließ mein Herz in meiner Brust erbeben... [2]

Schlammverschmierte Tagebuchseiten

<Obwohl die Seiten von Schlamm verschmiert sind, kann man einige Worte entziffern>

...habe keine Zweifel mehr, dass sie dasselbe auch für mich empfindet. Heute Morgen legte sie sogar kurz ihre Hand auf die meine. Wenn sie lächelt, leuchten ihre Augen wie glitzernde Diamanten. Ein Austausch ohne Worte - auch wenn wir schweigen, schlagen unsere Herzen im Gleichklang und halten unsere Sinne Zwiesprache.

...Zorn und Wut wie ich sie nie zuvor kannte! Wie kann sie es wagen. Ich unterrichtete Giles gerade in Zahlenkunde, als Tilloa nicht nur mit einem Verehrer auftauchte, sondern auch noch in aller Offenheit Händchen mit ihm hielt! Was für ein ungehobelter junger Mann. Und anstatt mich richtig vorzustellen, sagte Tilloa schlicht: "Oh, das ist nur mein Lehrer, Onkel Stalvan. Er ist ein netter alter Mann." Alt! Bei diesen Worten stieg mir die Zornesröte ins Gesicht. Ich bin nur ein paar Jahre älter und trotzdem betrügt sie...

Eine blutbefleckte Tagebuchseite

...im Sog der Verzweiflung. Erst verhöhnt sie mich und nun ist sie verlobt. Das undankbare Gör hat mir Liebe vorgegaukelt, wo es mich doch nur verletzen wollte. Eine schwarze Leere hat mich erfasst und sie wird mit jedem Augenblick größer. Ihr Blut soll fließen, wie meine Tränen geflossen sind...

Quellen

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